RadOrgelTour
Natur und Kultur: Beides verband die erste Rad-Orgel-Tour im Rahmen der Musikkirche Tauberbischofsheim

Start war bei sommerlichem Wetter am Kloster Bronnbach. Das inspirierte Thomas Holler zu Gedanken über die Siesta als Zeit der Ruhe und Erholung. „Wir können uns neu ausrichten: auf das Innenleben, die Mitmenschen und die Schöpfung“, erklärte der Dekan.
Kirchenmusiker Horst Berger erläuterte derweil die aus dem Jahr 1895 stammende Orgel in der Klosterkirche. Bei dem von Orgelbauer Martin Joseph Schlimbach geschaffenen Instrument handelt es sich um eine romantische Kegelladenorgel mit 25 Registern und einem neuromanischem Gehäuse. Als „geschickt für den Kirchenraum konzipiert“, nannte Berger die Orgel. Trotz ihrer kompakten Bauweise erfülle sie mit ihrem Klang das Gotteshaus, betonte der erfahrene Kirchenmusiker. Die weichen Klangfarben als besonderes Kennzeichen brachte Berger mit Théodore Dubois‘ „Cantilène religieuse“ schön zur Geltung.

Horst Berger stellte die Orgel in der Martinskirche vor. Das 1972 von der Hardheimer Orgelbau-Werkstatt Vleugels konstruierte Werkstück orientiert sich an barocken Vorbildern. Charakteristisch ist, so Berger, die „Durchhörbarkeit“ auch in mittleren Stimmlagen, was er mit „Ich ruf zu Dir, Herr Jesus Christ“ aus Johann Sebastian Bachs „Orgelbüchlein“ eindrucksvoll demonstrierte.

Zuvor hatte Dekan Thomas Holler in einem letzten Impuls auf das ungeheure Potential von Natur und Musik aufmerksam gemacht: „Beides ist ein Wunderwerk und für Christen ein Geschenk des Himmels.“ Für Christen ergebe sich der Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, Künstler seien angehalten, ihr Talent zu entfalten und so einen Beitrag zur Förderung der Menschlichkeit zu leisten.
Ulrich Feuerstein